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Pressemeldungen
15.12.2015, 18:43 Uhr
Schüler Union für die Stärkung des Schulfaches Geschichte

„Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen“, sagte Winston Churchill. Die Geschichte ist ein großer Teil des Kultur- und Werteschatzes heutiger Gesellschaften. Geschichte stiftet Identität. Man kann aus Erfahrungen und Vorgängen der Vergangenheit lernen, sie analysieren und diskutieren. Aus der Geschichte lassen sich Schlüsse für das Jetzt und Hier, aber auch für die Zukunft ableiten.

Angesichts dieser Tatsachen sollte man meinen, dass der Geschichte im heutigen schulischen Kontext ein enormer Stellenwert eingeräumt wird. Doch leider ist das Gegenteil der Fall.

Groman123, https://www.flickr.com/people/pkirtz/
In immer mehr Bundesländern fällt die Stundenzahl des essenziell wichtigen Faches aus. Historisch bedeutende Themenkomplexe werden zugunsten der Fusion mit Fächern wie Wirtschaft, Soziologie oder Geographie weggelassen oder in so geringem Umfang behandelt, dass Schülerinnen und Schüler kaum eine Chance haben den Stoff aufzunehmen und sich differenziert mit ihm auseinanderzusetzen. So werden zum Beispiel Imperialismus und Kaiserreich im Unterricht an Berliner Schulen überhaupt nicht mehr unterrichtet. Wie so der erste Weltkrieg zu verstehen sein soll, bleibt überaus fraglich.

Die Machtstruktur im Nationalsozialismus, Hitlers Weg an die Macht, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Unterdrückung und Misshandlung von Menschen in der DDR, die Mauertoten, die Weimarer Republik,  die Einführung der Sozialversicherung durch Bismarck, Napoleons Siege und Lenins Sowjetunion oder der Verlauf der Weltkriege. All dies bleibt Schülerinnen und Schülern, wenn überhaupt, dann nur mit Schlagworten wie „Hitlers Machterschleichung“, „Holocaust“, „Versailler Vertrag“ oder „Stasi-Staat“ in Erinnerung.

Eine Möglichkeit zur chronologischen Einordnung in den Lauf der Geschichte oder selbst ein genaueres Wissen zu den Schlagworten, ist für die Schülerinnen und Schüler selten vorhanden. Begünstigt wird dies durch einen Unterricht, der thematisch, nicht chronologisch in aufgegliedert wird. „Krieg und Frieden“, „Handel und Globalisierung“, in diesen Themengebieten werden ohne zeitlichen Kontext Aspekte ohne Beachtung der auf sie geltenden geschichtlichen Einflüsse gelehrt.

Ähnlich entsetzliches gilt für  Wahllehrpläne, beispielsweise kann ein Lehrer in Hamburg oder Nordrhein-Westfalen auswählen, welche Themen aus einem Themenkatalog („Lehrplan“) er unterrichten möchte. Die Auswahl erfolgt nicht unbedingt nach der historischen Bedeutung der Thematik, sondern immer häufiger, um die Ausbildung von sogenannten „Kompetenzen“ zu unterstützen. Die Geschichte wird Mittel zum Zweck. Immer häufiger soll ein „soziales und interkulturelles Verstehen“ erworben werden, man soll „in Alternativen denken“(Lehrplan NRW).

Dabei wird nicht betrachtet, dass diese „Kompetenzen“ ohne das nötige Faktenwissen aus der Vergangenheit für Entscheidungs- oder Meinungsbildungsprozesse nicht zu gebrauchen sind. Wie soll etwas in Zukunft anders gemacht werden, wenn niemand mehr weiß, auf welchen Umständen eine Entscheidung basierte?

„Die Schüler Union Deutschlands fordert transparente, vollständige und chronologische Lehrpläne für das Fach Geschichte. Eine weitere Reduzierung der Geschichtsstunden in der Schule, die Wahllehrpläne für Lehrer und Unterordnung des Schulstoffes unter nichtssagende Überschriften und zu erwerbende „Kompetenzen“, die Thematiken nur unzureichend behandeln, sind nicht akzeptabel“, so Tizian Wollweber, der Bundesvorsitzende der Schüler Union Deutschlands. „Der elementare Wert der Geschichte, grade für die heutige Zeit und die Zukunft ist unschätzbar. Die Schülerinnen und Schüler haben als wichtiger Teil der Gesellschaft und gesellschaftlichen Zukunft ein Recht auf die Geschichte“, sagt er weiter. 

aktualisiert von Lars von Borstel, 15.12.2015, 19:16 Uhr